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Evidence to go: Frühe Rehabilitation nach der Intensivstation ist entscheidend

Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter S. Sandor | 28.08.2026

 Forschungsergebnisse aus eigenem Hause 

Leben nach der Intensivstation: Warum Rehabilitation bei Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) entscheidend
ist.

Wer eine schwere Erkrankung auf einer Intensivstation überlebt, hat oft noch einen langen Weg zurück in den Alltag vor sich. Dank der Fortschritte in der Intensivmedizin haben sich die Überlebenschancen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch für viele Betroffene endet die Belastung nicht mit der Akutbehandlung: Noch Wochen oder Monate danach leiden sie unter einem typischen Muster gesundheitlicher Beschwerden, darunter Muskelschwäche, Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie psychische Belastungen. Dieses Krankheitsbild, das infolge eines Aufenthalts auf einer Intensivstation auftreten kann, wurde vor einigen Jahren definiert und wird in der modernen Medizin als Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) bezeichnet.

Eine internationale Autorengruppe mit Beteiligung von ZURZACH Care hat 2025 eine Leitlinie zu multimodalen Neurorehabilitationskonzepten für Überlebende der Intensivstation wissenschaftlich publiziert. Die Arbeit fasst aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse als Leitlinie zusammen und zeigt auf, wie evidenzbasierte interdisziplinäre Rehabilitation die langfristige Genesung unterstützen kann.

Ziel der publizierten Leitlinie war es, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zum Post-Intensive-Care-Syndrom zusammenzuführen und aufzuzeigen, welche rehabilitativen Massnahmen die Rückkehr in Alltag und Lebensqualität fördern können. Im Fokus standen insbesondere neurologische, körperliche und psychische Langzeitfolgen nach intensivmedizinischer Behandlung.

Für die Leitlinie analysierten die Autor/innen bestehende Leitlinien, wissenschaftliche Literatur und klinische Erfahrungen zu PICS und multimodaler Neurorehabilitation. Der Schwerpunkt lag auf interdisziplinären Therapieansätzen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Neurorehabilitation, psychologischer Unterstützung und individuellen Trainingsprogrammen.

Die Publikation zeigt auf, dass viele ehemalige Intensivpatient/innen noch lange nach der Entlassung unter körperlichen, kognitiven und psychischen Einschränkungen leiden. Die Autor/innen kommen zum Schluss, dass eine frühzeitige und koordinierte Rehabilitation entscheidend ist, um Selbstständigkeit, Lebensqualität und die Rückkehr in den Alltag nachhaltig zu verbessern. Besonders wichtig seien ganzheitliche Therapiekonzepte mit enger Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen.

Möchten Sie mehr wissen? Die publizierte Arbeit ist hier frei verfügbar und zur Lektüre empfohlen.